Zahlen wie 1, 26, 5 und 30 stehen am alten Verteiler der DDR-Kommunikationseinheit im Keller des Grenzwachturm Schlesischer Busch. Von hier aus wurden insgesamt 18 weitere Wachtürme sowie die Sicherungsanlagen dieses Abschnitts beaufsichtigt. 


Die Arbeit mit dem Titel 1, 26, 5 und 30 die Christof Zwiener während seines zweiwöchigen Arbeitsaufenthaltes in der sogenannten Führungsstelle entwickelte, wirkt auf den ersten Blick kryptisch. Zwiener hat mit der Analyse der Kommunikationseinheit im Keller des Wachturms vom Typ BT 9 einerseits "eine Verbindung in die Vergangenheit" hergestellt, andererseits sucht er auch nach einer direkten Verbindung in die Gegenwart. Die Erdkabel der Überwachungsanlage liegen bis heute weit verzweigt in Berliner Boden und reichen somit auch unter und in das Zentrum der verschiedenen Partylocations am Flutgraben.  Der rätselhaft abstrakte Sound aus dem Keller des Turms, den Zwiener aus diesem 'Äther' herauslöst, ist eine Art Extrakt aus Gewesenem und Aktuellem. Unterirdische Arme verbinden Gestern und Heute. 


Mit dieser ortsspezifischen Intervention, die die Sub - und Erinnerungskultur gleichermaßen betrifft, will der Künstler den fortwährenden Konflikt zwischen den unterschiedlichsten Interessen innerhalb der Berliner Stadtentwicklung aufzeigen. 



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